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„dokFilm“-Premiere zum Muttertag: „Müssen Frauen Mütter sein?“: Tabubruch oder Enttabuisierung?

Wien (OTS) - „Mutterschaft ist überbewertet!“, so die kühne Behauptung der beiden Filmemacherinnen Inés Peris Mestre und Laura García Andreu. In ihrem Dokumentarfilm „Müssen Frauen Mütter sein?“ suchen sie nach Antworten und unterziehen – unterstützt von Betroffenen und Expertinnen – die Thematik einem Realitätscheck. Ihre Motivation: Frauen stehen unter erheblichem gesellschaftlichem Druck, ihrer biologischen Rolle nachzukommen und Kinder in die Welt zu setzen. Mutterinstinkt und Mutterglück sind dabei vielbeschworene Schlagworte. „Es ist Zeit, auch über negative Aspekte zu sprechen", meinen die beiden Regisseurinnen. Ein breitangelegter Tabubruch oder die Enttabuisierung einer sensiblen Materie? ORF 2 zeigt die 2018 entstandene Produktion im Rahmen des „dokFilm“ am Sonntag, dem 10. Mai 2020, um 23.05 Uhr – eine etwas andere Annäherung an den Muttertag.

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Frauen, die in Kindern nicht die höchste Erfüllung sehen, stehen unter Verdacht, infantil, neurotisch und narzistisch zu sein. Wer würde gleiches von kinderlosen Männern behaupten? Und ist es angesichts einer überbevölkerten Welt nicht vielmehr egoistisch, Kinder zu bekommen? Sind kinderlose Frauen zu einem sinnlosen Dasein verdammt?

Mitnichten, sagt etwa die spanische Sozialpädagogin Irati Fernández, „wir haben die Mutterschaft einfach zu einer unglaublich romantischen Erfahrung hochstilisiert“, „aber manchmal wollen Mütter alles über Bord werfen und manchmal fragen sie sich, ob es die richtige Entscheidung war.“

Darüber zu sprechen ist allerdings tabu. „Es gibt keine sicheren Räume, in denen wir Mutterschaft hinterfragen können, ohne von gewissen Leuten gelyncht zu werden“, erzählt Luisa, eine der Protagonistinnen im Film. Sie war 19, als sie ihr Kind bekam. Ihre Tochter zu lieben und dennoch mit der Mutterschaft zu hadern ist für sie kein Widerspruch.

Viele Frauen leiden als Mütter unter dem Verlust ihrer Identität und unter der Tatsache, dass jemand von ihnen abhängig ist. Oft schämen sie sich dieser Gefühle und fragen sich selbst, ob mit ihnen etwas nicht stimmt.

Alles Konditionierung, sagt die Philosophin Elisabeth Badinter: „Die Geschichte der Frauen zeigt, wie sehr wir von Gesellschaft, Kultur und unserer Umgebung geprägt werden.“

In Literatur und Film müssen kinderlose Frauen als herzlose, böse Charaktere herhalten. Mit diesem Klischee räumt die Autorin Kate Fox gründlich auf. In ihrer humorigen One-Woman-Show plaudert sie launig aus ihrem Leben als überzeugte Nicht-Mutter. Sie habe sich, so erzählt sie, nie bewusst gegen ein Kind entschieden, sie habe einfach nur keinen Kinderwunsch empfunden.
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